Noppenstein.News – Klemmbaustein News und Reviews

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I’m a barbie girl in a bricky world. Life in plastic – its’s fantastic.“

[Danke für den Ohrwurm…]

Ja, ich weiß. Sie heißen nicht „Barbie“, sondern „Cherry“ und sie sind nicht von Matell, sondern Qman. Aber der Vergleich ist nicht unangebracht – warum, das könnt ihr in den nächsten Zeilen lesen.

Fakten zum Set

Setnummer: Qman 2030
Setbezeichnung: Music Party Villa
Preis: 24,99€
Größe (HxBxL): 23x12x19cm
Steineanzahl: 447pcs
Altersangabe: 6+
Minifiguren: 3
Klemmkraft: ausreichend bis gut
Bauzeit: 45 Min

Verpackung und Inhalt

Qmans Cherry Music Party Villa wird in einem hübsch bunten Karton, in Pink und Rosa geliefert, damit auch jedes Elternteil weiß, dass dieses Set nur von Feen und Einhörner gebaut werden darf – aber das ist ja nur der Umkarton – es ist ja nicht so, als wenn der Rest des Sets nicht auch vor Pink- und Pastelltönen triefen würde… Oh… Nein, doch. Alles schreit hier nach Mädchenset. Und das ist okay, wenn man es mag.

Auf der Verpackung mit Tragegriff finden wir also vorn das Hersteller- und das flippige Cherry-Serien-Logo, die Mädelsclique unten links, die Altersempfehlung, die Setnummer sowie den Setnamen und ein großes Bild der Villa von vorne. Auf der Rückseite wiederum zeigt sich die Villa mit Detaileinblicken, was die Cherrygirls alles atemberaubendes mit diesem Set erleben können: Schlafen, Karaoke, im Pool planschen und Duschen. ( Ja! Denn das ist natürlich fast das wichtigste in diesem Häuschen.) Dazu finden wir auch jede Menge Bilder zu dem, was die Cherry’s noch so in ihrer Freizeit machen könnten, wenn Mama und Papa Geld für alle Sets der Reihe in die Hand nehmen möchten. „Collect all 8 products“ strahlt es die Baumeisterin groß an. Rings um den Karton finden wir „die Cherrys“, also alle Freundinnen des Sets in Übergröße und knallig passenden Farben.

Alles in Allem haben wir hier also einen Karton in pink, pink und etwas quietschpink, um alle Sinne einer Ab-6-Jährigen aufschreien zu lassen. – So zuckersüß, dass ich allein vom Angucken schon Diabetes bekommen habe.
Im Karton selbst finden wir im Pappschuber vier nach Bauabschnitten nummerierte Tüten, die Baseplates, eine Baufläche aus Pappe, einen langen 24×1 Stein sowie eine Tüte inklusive weiterer Tüten mit Kleinteilen. Alles verpackt in etwas zu viel Luft durch den etwas zu großen Karton.

Anleitung und Aufbau

Widmen wir uns also dem Aufbau.
Die Bauanleitung ist Qman-typisch in gebundener Heftform. Darin werden gebaute Steps ausgegraut und neue in Vollfarbe illustriert. So ist sie für jeden kleinen Baumeister einfach zu handhaben und zu verstehen.

In Bauabschnitt A verklemmen wir die komplette erste Bautüte. Zuallererst bauen wir die Mädels des Sets und ihren kleinen, aber feinen Grill mit 2 Würstchen und anderen Kleinkram. (Damit – wie in meinem Fall – das liebe Kind schon etwas zum Spielen hat, während der Vater sich dem Bau des Hauses widmet.) Als blickiger Bauherr fiel mir auf, dass die Damen hier auf Attkins-Diät zu sein scheinen, denn es gibt lediglich zwei Würstchen mit zwei Salatblättern und dazu eine dicke Torte und Cupcakes zum wilden Reigen, die sich alle drei Frauen zusammen teilen müssen – aber wer bin ich, über so etwas zu urteilen. 😉

Wir ziehen nun auf den leicht verzogenen Baseplates (die sich durch den Bau wieder begradigen) die ersten Mauern der Villa hoch.

Ab Bauabschnitt B öffnen wir die zweite Steinetüte und bauen die Villa aus. Hier fiel mir die coole Schiebetür zur Terrasse auf, die witzigerweise nur durch die fest installierte Couch vor dem Herausfallen bewahrt wird – fast wie im echten Leben. 😉

In Bauabschnitt B17 wirkt unser Haus teilweise noch sehr wackelig und sollte mit etwas Hilfe eines erfahrenen Klemmmeisters ausgebaut werden. Erst die Überbauten machen die Wände dann stabil.

Ab Bauschritt B19 öffnen wir Tüte 3 und verbauen ihren Inhalt sowie die restlichen Zusatzsteine.
In B20 entsteht so ein schniekes Schleifen-Vordach, das den Eingang des CatHouse schmückt. Bei B26 lassen wir einen brick-build Flamingo entstehen. Dieser ist in sich leider nicht ganz farbtreu, macht aber trotzdem einiges her und macht einen so süßen Eindruck, dass sich zu meinem Cherry-Diabetes nun auch noch Karies im linken Backenzahn dazugesellte.

Abschließend bauen wir die Dachetage aus. Erweitern sie um ein Bett, setzen den Flamingo in den herzförmigen Pool, bauen die Dusche aus und dekorieren das offene Dach mit pinken Abschlusssteinen und Katzenohren. Fertig.

Das fertige Modell (Fazit)

Pro & Contra

Pro
  • Hoher Spielspaß
  • Stabiler Bau
  • Angemessene Klemmkraft
  • Leicht verständliche Anleitung
  • 3 Minifiguren
  • Fairer Preis
Contra
  • Übertrieben viele typische „Mädchenfarben“
  • Figuren können nicht aufgenoppt sitzen
  • 1x Fehlteil

Insgesamt bietet Qman mit der Cherry Music Villa ein sehr schönes Spielset. Für einen Erwachsenen hat es eventuell zu viele Sticker für ein Kinderspielset ist die Menge aber noch angemessen (mehr dazu im Exkurs).
Drei Minifiguren plus Schnickschnack sind eine gute Größe, um auch einer frisch gestarteten Baumeisterin eine Menge Spielspaß zu bieten.
Im Gegensatz zu anderen Sets der Reihe ist dieses Gebäude beim Bespielen sehr stabil und lässt eine Menge Handlungsfreiraum.

Mit helfenden Kinderhänden war ich bei etwa zwei Stunden Bauzeit. Diese wird mit steigender Erfahrung aber natürlich kürzer und ich würde sie auf eine grobe Dreiviertelstunde einschätzen. Leider blieben wir nicht von einem 1×4 Fehlteil verschont. Ob dieses eventuell in der Teiletüte verblieb und nun im Müll gelandet ist, kann ich nicht beurteilen. Es ist mir aber bisher unbekannt, dass Qman solche Fehler machen würde. – Falls doch, kann ich den Qman-Reklamations-Service empfehlen, welcher kompetent und schnell Hilfe anbietet. Wir haben das Teil durch eines aus dem Fundus ersetzt.

Am besten gefallen mir die Brickbuilts, seien es der Flamingo, die Katzenohren, die Vordach-Schleife oder einfach nur der schöne Pool, welche dem Set einen optischen Mehrwert verleihen.

Alles in Allem hat Qman auch hier wieder ein schönes, wenn auch sehr pinkes Set auf den Markt gebracht, das für den Preis einen angemessenen Spielspaß bietet und klar weiterempfohlen werden kann.

Exkurs: Sticker VS Print

„Buuuh, viel zu viele Sticker!“ hört man es aus den meisten Mündern schreien, wenn Klemmbausteinsets präsentiert werden. Doch bin ich (danke für den Input Sebastian 😉 ) nicht der Meinung, dass Sticker nur schlecht sind! Bedenkt man, dass dieses Spielzeug, und somit (ursprünglich) die meisten Sets aus dem Noppensteinbereich, für Kinder gedacht sind, machen schöne Sticker mehr Sinn als Drucke auf Fliesen und Steinen. Meine Tochter beispielsweise liebt es mit Stickern langweilige Flächen ihres kleinen Reichs (speziell ihre Spielzeugkisten für (Klemm-) Bausteine) selbst zu gestalten. Sich frei auszuleben und kunst- und phantasievoll aus etwas Schnödem ihr ganz persönliches Kunstwerk zu machen. Für mich haben Sticker also auch bei Klemmbausteinen einen Mehrwert. Durch die Sticker können unsere kleinen Baumeister selbst entscheiden, wo sie ihre Sets zusätzlich dekorieren wollen oder wann sie es nicht für nötig halten. Und was fördert die Feinmotorik bitte mehr, als diese kleinen Klebchen genau passend auf 1×2 Fliesen zu platzieren. Diesen Punkt vergessen wir als erwachsene Steine-Fans leider viel zu häufig. Unsere Feindseligkeit gegenüber den Stickern fußt leider darin, dass wir nicht mehr darin geschult werden wollen, millimetergenau unsere Sets mit Klebefolien zu verschönern. Eine Feindseligkeit, die ich Sammlern von Display-Modellen absolut nicht absprechen will! Kaufe ich Sets für die Vitrine und nicht fürs Spiel, möchte ich lieber ein paar Euro mehr zahlen, um bedruckte Fliesen zu verbauen und keine Sticker verkleben zu müssen, bzw. diese sogar gezwungenermaßen (aufgrund fehlender Klebkraft) weglassen zu müssen und somit auf wichtige Details zu verzichten.

Denken wir also künftig alle vor dem nächsten Aufheulen aufgrund eines Aufkleberbogens daran, ob dieses Set für Kinderhände oder die Vitrine gedacht ist, und ob unsere Beschwerde vielleicht sogar etwas unangebracht sein könnte. Lasst Kindern ihren Spaß am Stickern, wir hätten ihn damals auch gehabt.

Anmerkung der Redaktion

Das Set wurde der Redaktion von BrickOpa Spielwaren zur Verfügung gestellt. Dieses Review wurde in keiner Weise von Dritten beeinflusst und spiegelt unsere unabhängige redaktionelle Meinung wider.

About Peter Seidler

Peter Seidler

Korrektor/Autor

Vater, Nerd, Germanist, Noppenfan.

Nachdem ich beim Gewinnspiel der NoppensteinNews gewann, wurde meine kindheitliche Gier nach Klemmereien wiedererweckt. Seitdem bauen meine Tochter und ich nun wieder regelmäßig an Sets und erweitern Stück für Stück unsere Sammlung. Ich bot den NsN meine Hilfe an, um meine zwei Leidenschaften miteinander zu verknüpfen: Entspanntes Klemmen und kreatives Schreiben.
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