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Mittelalterliche Baukunst

Hallo liebe Freunde des Noppensteines!

Frisch aus dem Urlaub wieder gestrandet und gleich darf ich Euch mal ein Set von Mork vorstellen. Genauer gesagt die mittelalterliche Stadtkirche. Hierbei handelt es sich um ein MOC von Baylon Tham (Baylon0613). Dieses wurde entsprechend für den deutschen Markt etwas abgeändert. Ob der Designer hier auch vergütet wird, entzieht sich meiner Kenntnis. Bezogen wurde das Set über Barweer

Fakten zum Set

Marke: Mork
Preis: ~ 140€
Größe(BxLxH): 26 x 30 x 63 cm
Steineanzahl: 4752
Minifiguren: keine
Klemmkraft: gut bis sehr gut
Bauzeit: ca. 10 Stunden

Verpackung & Inhalt

Wie üblich bei Übersee-Lieferungen, kam das Set in einem Paket ohne Umkarton. Das sollte man immer bedenken wenn man gerne den Karton mit sammeln möchte. Im Paket waren dann 90 Steinetüten die sich auf insgesamt 8 Bauabschnitte aufteilen. Lose mit beigelegt war auch die 32×32 Baseplate, die erstaunlicherweise keinerlei Wölbung aufwies. Das ist nicht bei jeder Lieferung der Fall. Dafür hier schon mal einen Daumen nach oben.

Die Bauanleitung

Die Bauanleitung umfasst 155 Seiten mit 304 Bauschritten. Dabei gibt es sogar noch einige unterteilte Bauschritte, so dass es real sogar noch mehr Bauschritte sind. Die zu verbauenden Steine sind farblich dargestellt und werden teilweise mit roten Pfeilen versehen, wo diese dann aufgenoppt werden sollen. Vorhergehende Bauschritte sind ausgegraut. Ansonsten gibt es bei der Darstellung keinerlei Probleme.

Der Aufbau

Nach dem Entleeren der ersten Steinetüten, beginnen wir mit dem Bau des Umrisses und des Innenlebens des Kirchenschiffes. Als erstes wird der Innenraum gefliest und die Kirchenbänke erblicken das Licht der Welt. Danach werden die unteren Teile der Tragepfeiler und Aussenwände, in Form von glatten und Mauer-Bricks, gebaut. Auf der Rückseite entsteht dann eine Konstruktion zum Öffnen der Wand, durch die man später in den Innenraum der Kirche blicken kann. Dieses wird durch Hinges gelöst. Auf der linken Seite ergibt sich der Übergang zum Kirchenturm. An der Vorderseite sieht man schon die Anfänge des sich bildenden Altars. Im Außenbereich verschönern Blumenrabatten das Gemäuer. Vor dem auf der linken Seite entstehenden Kirchenturm, wird noch ein Muster gefliest, um der Sache noch etwas mehr Optik zu verleihen.

Mit den weiteren Bauschritten, werden erste Elemente der Verzierungen an der Außenwand gebaut. Dazu werden auch noch die nächsten Blumenrabatte „gepflanzt“. Die Hauptarbeit widmet sich aber dem Eingangsbereich des entstehenden Kirchenturmes. Dabei werden zwei schwere Holztüren verbaut, die an den Mauerteilen befestigt werden. Der Stufenaufgang zu den Türen entsteht ebenso, wie die Mauerteile zum Durchgang ins Kirchenschiff.

Weiter geht es mit dem Altar, der in Gänze entsteht und mit einem riesigen Kreuz versehen ist. Der Altar ist ausschließlich mit weißen Bricks dargestellt, was mich vermuten lässt, dass dieser vermutlich aus Marmor besteht.

An der rechten und linken Seite des Kirchenschiffes entstehen die Säulen auf denen dann die Statuen platziert werden. Im Original sind diese aus Minifigurenteilen erstellt, da der Rechtsstreit bezgl. Minifiguren bekannt sein dürfte, hat man diese umgestaltet und ähneln hier eher Gargoyles als Statuen. Ebenso sollte man beim Bau der Pfeiler vorsicht walten lassen, da diese keinerlei seitliche Verstrebungen haben und einfach nach oben gebaut werden. Diese sind instabil und sollte man mal dagegenstoßen, können sich diese leicht verabschieden. Dieses legt sich aber mit dem weiteren Aufbau.

Der Bauspaß wird weiter verlängert, indem man beginnt die Stützpfeiler in die Höhe zu bauen. Dies geschieht meist nach dem gleichen Muster. Auf Bricks folgen Cones, dann wieder Bricks und Cones usw. Dieses wiederholt man auch bei den anderen Pfeilern, mit ein paar kleinen Abänderungen. Dazu kommen noch an den Seitenwänden Erker, die mit Brick Arches dargestellt sind. Die jetzt noch vorhandenen sehr großen Lücken werden dann später bestückt. Auf der Rückseite ist die große aufklappbare Rückwand entstanden. Das ist am Ende leider unglücklich gelöst, da man das Dach des Kirchenschiffes entfernen muss, um dann die Wand nach Außen aufzudrücken. Da kann man vielleicht mit verbauten Brick modified, in der Mitte der zu öffnenden Wand, etwas Abhilfe schaffen. Das wirkt dann wie ein Griff mit dem man die Wände nach Außen öffnen kann. (Habe dieses nicht probiert und soll hier lediglich ein Denkanstoß für eine kleine Verbesserung sein.)

Um die Lücken zwischen den Pfeilern zu schließen, werden mit Bauabschnitt 7 Fensterteile erstellt. Diese werden dann in die Lücken eingeführt. Bei diesen Fenstern könnten dem einen oder anderen nach dem Bau die Finger wehtun, da hier in die schwarzen Zaunteile, verschiedene Trans-Clear 1×1 Plates, in verschiedenen Farben, eingedrückt werden. Das so entstandene Muster kann auch für jedes Fenster beliebig abgeändert werden. Vorraussetzung dafür ist natürlich ein entsprechender Teilefundus. Ansonsten dürfte es schwer sein mit den vorhandenen Steinen andere Muster zu erschaffen, da die Steine abgezählt sind und keine Teile zu viel waren. Weiterhin kommt hier eine interessante Bautechnik mit Headlight Bricks zum Einsatz. Die zwei Fensterteile mit den bunten Plates, werden an den Noppen der Bricks befestigt. Ich empfehle erst die Fensterteile zu erstellen, danach die Headlight Bricks anzunoppen und zum Schluß das Ganze an den Enden mit den 2×8 Plates  zu verbinden.

Im Anschluß daran werden die einzelnen Fensterelemente in die vorhanden Lücken des Kirchenschiffs eingesetzt. Dies gestaltet sich ein wenig kniffelig und erfordert etwas Geduld. Doch mit der Zeit klappt das Einsetzen ohne größere Probleme. Die Elemente schauen an der Oberseite ein Stück über die Pfeiler hinaus, was einen nicht beunruhigen sollte, da dieses später dann noch weiter verkleidet wird.

Als Nächstes beginnt man mit der Verkleidung des Überstandes der Kirchenfenster. Dieses geschieht mit Brick Arches und diversen Bricks. Da die Kirche auch noch modular ist. Werden die Abschlüsse mit Plates und Tiles versehen, sodass das Dach auf einzelnen Noppen aufgesetzt werden kann. Dazu sind noch an der Vorderseite im Giebel vier weitere kleine Fenster verbaut. Anhand der Spaltmaße erkennt man, dass alles etwas instabil war und die oberen Plates und Tiles alles zusammenhalten. Das ist aber kein Problem und verleiht die nötige Stabilität. Es wächst der Kirchenturm um eine Etage weiter in die Höhe. Diese wird separat genoppt und dann aufgesetzt. Auch hier sind weitere Fenster verbaut.

Ein Blick ins Innere

Weiter werden alle Statuen für die Außenfassade erstellt. Diese ähneln wieder eher Gargoyles als Statuen. Auch da weicht dieses Set vom ursprünglichen MOC ab, um Markenrechtsverletzungen aus dem Weg zu gehen. Diese Statuen baut man insgesamt 6 mal und platziert sie an den Außenwänden. Ebenso werden an der Vorderseite die ersten Teile des Giebels gebaut. Diese durch einen Slope und runden Bricks bzw. Plates dargestellte Verzierung, könnte evtl. eine weitere Statue darstellen.

Weiter geht es mit dem Bau des Giebels inklusive Dachbalken. Dieses erstellte Teil wird dann im späteren bauen auf das Kirchenschiff aufgesetzt. An den Seitenteilen werden mit Hilfe von Plates und Bricks Verzierungen geschaffen. Dazu werden dann noch weitere Erker erstellt, hinter denen dann noch Fenster entstehen. Mit den schwarzen und grauen Arches wird das Gebälk des Kirchendaches gebildet. Am vorderen Giebel werden weitere Verzierungen genoppt, die wieder als Darstellung von Statuen herhalten könnten. Auf der Rückseite wird der Giebel hochgemauert.

Für die mittlere Konstruktion, die später die beiden Dachseiten halten soll, wird in der Mitte, mit Hilfe von Bricks und Plates ein Gebilde geschaffen, an dem später dann die Dachteile eingeklickt werden können. An der Vorderseite wird der Giebel weiter gefertigt. An den Technic Bricks und Pins wird später ein Kreuz befestigt. Auf der Rückseite wird die Wand einfach weiter hochgezogen und durch die Slopes erhält der Giebel die Dachform.

Mit den beiden identisch gefertigten Dachteilen wird das Dach weiter fertiggestellt. Diese Teile werden mit den brick modified mit der Innenkonstruktion verbunden. Über die verbauten Dachteile wird mit 2×2 Slopes ein Dachabschluß erstellt, auf dem dann noch die Zaunelemente aufgenoppt werden. In der Mitte des Daches entsteht noch ein Kreuz. Auf der Rückseite wird ein kleiner Dachbogen angebracht. Dieser wird ebenso auf der Vorderseite verbaut und erhält eine weitere Statue in Form eines Pegasus. Dieses entspricht abermals nicht dem MOC aus bekannten Gründen. Dazu wird noch ein Kreuz, an der Wand gebaut, das durch blaue Trans-Clear Plates dargestellt ist.

Damit ist das Dach erfolgreich genoppt worden und wird auf das Kirchenschiff gesetzt. Hier mal ein paar Impressionen.

Was jetzt noch fehlt, ist natürlich noch der Rest vom Kirchenturm. Dieser wird einfach aus mehreren Teilen gebaut, die dann durch corner Plates zusammenhalten und den unteren, gemauerten Teil, entstehen lassen. Danach wächst der Turm weiter in die Höhe und es werden diverse Verzierungen und 4 weitere Pegasus-Statuen gebaut. Weiter wird dann mit Erkern und Säulen nach oben gebaut, bis dann Tiles den Abschluß bilden.

Um den Kirchturmbau abzuschließen, wird weiter durch die Bricks und Säulen nach oben gebaut. Wenn man an der Platform unterhalb des Daches ankommt, wird die Glocke genoppt und eingesetzt. Danach wird in der Mitt eine Säule erstellt, an der man dann die dunkelblauen Dachteile befestigt. Zu guter letzt bildet man noch das Dachkreuz und hat den Kirchenturm gebaut.

Besuch auf dem Dach 🙂

Jetzt bleibt uns nur noch einen Blick auf das fertige Set zu werfen. Zur Orientierung der Größenverhältnisse, habe ich mal eine Minifigur mit ins Bild gerückt.

Das Fazit

Pro & Contra

Pro
  • Viel Bauspaß
  • interessante Bautechniken
  • keinerlei Farbabweichungen
  • keine Aufkleber
  • minimale Mikrokratzer
Contra
  • nicht korrekte Umsetzung der Statuen, was aber den Minifiguren-Teilen zuzuschreiben ist
  • kein klassischer Holzaltar vorhanden

Damit ist der Bau dieses „Monstrums“ auch schon wieder Geschichte. Ein wunderschönes Set, bei dem besonders die farbigen Kirchenfenster eine Augenweide sind. Einige Bautechniken erfordern etwas mehr Aufmerksamkeit und Geduld. Es ist aber genug Freiraum in diesem Set, um sich selbst etwas mit einzubringen (Altar, Statuen…). Einzig die nicht korrekte Darstellung der Statuen und der gänzlich fehlende Holzaltar schmälern etwas den guten Gesamteindruck. Das ist aber auch jedem sein persönliches Gusto. Ein Altar ist ja eigentlich das Herzstück jeder Kirche. Ich lasse mich auch gerne vom Gegenteil überzeugen, dass es Kirchen gibt die keinen Altar haben, sondern nur ein Kreuz. Da dürft ihr mich gerne korrigieren. Denkt auch an genügend Platz wenn ihr Euch dieses Set zulegen solltet. Es ist immerhin 63cm hoch. Ansonsten ist der Preis um die 140€ sicherlich berechtigt und es macht Spaß dieses Set zu bauen. Daher klare Kaufempfehlung

Anmerkung der Redaktion

Das Set wurde der Redaktion von Barweer zur Verfügung gestellt. Dieses Review wurde in keiner Weise von Dritten beeinflusst und spiegelt unsere unabhängige redaktionelle Meinung wider. Für Fragen des Urheberrechts, ist der Hersteller verantwortlich.

About Stefan Lorenzen

Stefan Lorenzen

Autor

Noppenstein verrückt bin ich seit etwa 3 Jahren. Auch in meiner Kindheit hatte ich Lego im Kinderzimmer. Was dann aber über die Jahre in der Familie weitergegeben worden ist. Nach etlichen Jahren hat mich dann meine Frau wieder zu den Noppensteinen gebracht. Dann probierte ich die Alternativ Hersteller aus und baue seitdem so ziemlich alle Firmen. Mein Gebiet ist Architektur, Modulars und Mittelalter.
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