Noppenstein.News – Klemmbaustein News und Reviews

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LEGO zählt ganz klar zu den Big-Playern im Spielwarengeschäft. Seit 90 Jahren lassen sie Kinder- und Erwachsenenaugen strahlen. Aber auch ein Gigant wie LEGO ist nicht vor Veränderungen gefeit. Und die Konkurrenz schläft nicht, welche schon heute auf die Wünsche der Kunden reagieren. LEGO ist nun im Zugzwang.

Noppig, bunt und kantig – so ist LEGO

So, oder so ähnlich kann man die Klemmbausteine aus dem dänischen Billund beschreiben. Mit ihrer 90 jährigen Geschichte haben die Dänen es geschafft zum umsatzstärksten Spielzeughersteller der Welt zu werden, dicht gefolgt von den US-Riesen Mattel (bekannt für Barbie, Hot-Wheels und Mega-Construx) und Hasbro (bekannt für Marken wie Transformers oder Monopoly).
Lego beschäftigt 17.400 Mitarbeiter auf der ganzen Welt. Etwa 440 von ihnen arbeiten hier in Deutschland. Im letzten Geschäftsjahr erwirtschafteten diese einen Umsatz von 7,4 Mrd. Euro und damit einen Gewinn von 1,3 Mrd. Euro. Für das Unternehmen ist dies der dritte Erfolg in Folge. Leider sieht die Zukunft mit dem bisherigen Kurs nun nicht mehr so rosig aus und zwingt LEGO sich umzuorientieren.

Was hat Lego alles erwirtschaftet
Lego – Gewinne und Umsätze

Wie wird LEGO klimafreundlicher?

Der Klimawandel macht aber auch vor LEGO keinen halt. Seit ungefähr vier Jahren nutzen sie Zuckerrohr um verschiedene Teile herzustellen – darunter Minifiguren, Pflanzen und Zubehörteile. Leider muss man aber bemerken, dass sie ihr Steckenpferd, den klassischen Lego-Stein, alternativlos vernachlässigen.

Sie haben sich nun das Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2030 ein Ersatzwerkstoff für die Erdölbasis zu finden. Dafür nimmt der dänische Konzern 400 Mio. Euro in die Hand und forscht an Pflanzenstoffen auf Mais-, Weizen- und Zellulosebasis. Einen weiteren Prototypen schickten sie letztes Jahr ins Testrennen. Dieser besteht aus recycelten PET-Flaschen.

Zitat Tim Brooks, LEGO-Umweltexperte: „Der Prototyp ist das Ergebnis von drei Jahren intensiver Arbeit, in der über 250 unterschiedliche PET-Materialien getestet wurden“

Leider soll es ein weiteres Jahr der Forschung dauern, bevor mit der Massenproduktion begonnen werden kann. Eines der größten Probleme wären wohl die Farben der Steine. Sie sollen blasser als bisher wirken.
Aber nicht nur der Stein steht in der Kritik. Auch die verwendeten Einwegverpackungen ernten die Missgunst der Kunden.

LEGO gelobt Besserung. So sollen alle Verpackungen bis zum Jahr 2025 gegen Verpackungen aus Papier ausgetauscht werden. Um dieses Ziel zu verwirklichen bauen die Dänen ihre erste klimaneutrale Fabrik in Vietnam.

LEGO war bereits klimaneutral

Vor 90 Jahre legt der dänische Tischlermeister Ole Kirk Kristiansen den Grundstein für die heute weltweit bekannte Firma. Er bastelte damals aus Holzresten Spielzeug für Kinder, das sich schnell zum Bestseller entwickelte. Sein Sohn, Godtfred Kirk Kristiansen, schaffte es 26 Jahre später den heute bekannten Stein der Welt zu präsentieren. Damit konnte sich LEGO vom einem Holzspielzeughersteller unter vielen, zum größten Spielzeughersteller für Plastikspielzeug entwickeln.

Zitat Christine Spiller, Leiterin des deutschen Spielzeugmuseums: „Allein der Lego-Baustein aus Plastik machte das Unternehmen so erfolgreich – sonst wäre Lego bei Weitem nicht so bekannt geworden.“

Andere Hersteller, schnellere Ziele

Neben LEGO will auch Mattel bis 2030 sowohl bei ihren Spielwaren, aber auch bei ihren Verpackungen auf nachhaltige Materialien umstellen. Den ersten Schritt machen sie mit ihren Bauklötzen. Und ebenfalls Hasbro verzichtet bis Ende diesen Jahres auf Plastik in neuen Verpackungen.

Die ersten sind sie deswegen aber nicht. Auch Playmobil hat den Geist der Zeit erkannt und setzt zum Überholen an. Ihre Produkte bestehen schon heute aus 80% wiederverwendetem und/oder nachhaltigem Kunststoff. Die Horst Brandstätter Unternehmensgruppe, zu der auch Playmobil gehört, hat sich zum Ziel gesetzt bis zum Jahr 2027 klimaneutral zu werden. Dazu zählt auch der Verzicht auf Emissionen. Im nächsten Jahr nehmen sie dafür sogar 50 Mio. Euro in die Hand.

Zitat Gerda Schwab, Sprecherin des Deut. Verband der Spielwarenindustrie: „Die Eigenschaften von Plastik sind für Hersteller überragend. Sie sind äußerst schwer zu ersetzen.“

Stefan Reißner, der Geschäftsführer von Open Brick Source, hat dieses Konzept auch schon lange entdeckt. Seine Firma verkauft schon heute Steine aus Holz (FabBrix). Und auch Open Brick Source arbeitet weiter daran umweltfreundliche Materialien zu finden und auf den Markt zu bringen.

Wir schauen also (hoffentlich) in eine grüne und nachhaltige Zukunft. Das Rennen um die besten Plätze ist eröffnet.

Meinung der Redaktion

Auch wir haben natürlich eine Meinung zu dem ganzen Thema. Grundsätzlich ist Nachhaltigkeit eine wichtige Sache. Doch leider fragen wir uns auch, ob LEGO nicht schon sehr nachhaltig ist. Prinzipiell sind Firmen wie LEGO und auch Tupperware darauf aus, dass ihre Produkte so oft und so lange wie möglich verwendet werden. So werden LEGO- und DUPLO-Steine schon in dritter Generation in unseren Familien weiter gegeben.

Pro & Contra

Pro
  • Alle Steine passen bis heute ins System
  • langlebig auch bei häufigem Bespielen
  • hoher Sammelfaktor
  • verbindet Generationen
  • Innovativ bis heute
Contra
  • schlecht zu recyceln
  • gilt bis heute weitestgehend als „nur ein Spielzeug“
  • Verpackungen zum Großteil noch immer aus Kunststoff

Das wirft natürlich auch die Frage auf: Ist die Nachhaltigkeit nicht schon im Produkt inbegriffen? Wir finden ja. LEGOs Idee der „automatisch verbindenden Steine“ (wie sie zuerst heißen sollten) hat sich bis heute durchgesetzt und ermöglicht es auch 30jährige Steine mit nagelneuen  zu verbinden. Einzig die Entsorgung von kaputten Steinen stellt ein Problem dar. Kein Entsorger in Deutschland nimmt sie zurück.

Hier sollte vielleicht eher nachgebessert werden, da keiner der deutschen Entsorger Kleinstmengen abnehmen will. Wir werfen hier mal die Frage in den Raum, ob es nicht sinnvoll wäre, wenn LEGO die Steine nicht selber zurück nehmen könnte. Die alten Teile könnten dann geschreddert und in neues Granulat umgewandelt werden. Das könnte dann wieder in die Produktionskette einfließen.

Wie seht ihr das? Ist LEGO nachhaltig? Was könnten sie verbessern? Heißt ihr Steine aus nachhaltigen Materialien gut? Schreibt uns doch einfach mal euer Meinung in die Kommentare.

Quellenverzeichnis

Manager Magazin

LEGO

About Sven Görlitz

Sven Görlitz

Autor

Als Kind der 80er und 90er hatte ich, wie viele Jungs, ein typisches Kinderzimmer: Playmobil, He-Man, Wrestling-Figuren und natürlich auch LEGO. Es gab Jahre lang nichts anderes für mich. Aber das blieb nicht so. Irgendwann bekam ich das ganze Thema um den "Held der Steine" und LEGO mit. Was das dann in mir aus löste, kann man sich vorstellen: Ich beschäftige mich mit den Alternativen zum dänischen Monopol! So führte das eine zum anderen. Ich kaufte verschiedene, alternative Sets für meine Tochter und mich, was mich auch heute noch zu einem riesen Fan der Klemmbausteine gemacht hat.
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