Noppenstein.News – Klemmbaustein News und Reviews

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Hallo Klemmbausteingemeinde,

die Noppenstein.News-Redaktion hatte das Glück, die erste von COBI aufgelegte Lokomotive für ein Review zu bekommen. Unser Dank geht an brixx`n`blocks, die dafür gesorgt haben, dass wir dieses exklusive Set schon jetzt präsentieren können. Gleichzeitig danke ich der Redaktion, dass ich der Auserwählte sein darf, der das Modell der norwegischen Dampflokomotive baut und vorstellt!

Fakten zum Vorbild

Die Schlepptenderlokomotiven der norwegischen Staatsbahn (auch „Norges Statsbaner“, kurz „NSB“) des Typ 49 waren im schweren Schnellzugdienst eingesetzt und fuhren hauptsächlich auf der Dovrebahn. Die Dovrebahn führt von Oslo nach Trondheim über das Dovrefjell, das mit einem Höhenunterschied von 293 Metern zu überwinden ist.

Für die NSB wurden zwischen 1935 und 1941 sieben Class 49 Lokomotiven gebaut. Erst 1958 wurden die letzten Dampfmaschinen ausgemustert.

Der Typ 49C wurde im Jahr 1938 bestellt und zwei dieser Lokomotiven von Krupp in Essen gebaut. Sieben Weitere wurden bestellt, fielen aber Bombenangriffen zum Opfer.

Die 49C ist für die Spurweite 1435mm (Normalspur) ausgelegt, 22,275 Meter lang, hat eine Leermasse von 88,6t und eine Dienstmasse mit Tender von 99,1t. Mit ihren vier Zylindern erreichte sie eine Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h bei Vorwärts- und 45 km/h bei Rückwärtsfahrt, bei einem Brennstoffvorrat im Tender von 8,4t. Der Wasservorrat belief sich auf 27,75 m³.

Das Vorbild für den COBI-Bausatz ist die im Jahr 1940 bei Krupp in Essen gebaute Nr. 470. Diese ist als nicht fahrfähiges Ausstellungsstück im Norsk Jernbane Museum in Hamar erhalten geblieben und ausgestellt.

Das Modell aus der Historical Collection von COBI wurde exklusiv von diesem Eisenbahnmuseum in Auftrag gegeben und ist auch nur dort erhältlich. – Mit einer Ausnahme: Brixx´n´Blocks ist der bisher einzige deutsche Klemmbausteinshop, bei dem ihr noch eins der limitierten Sets erwerben könnt.

Fakten zum Set

Marke/Art.Nr: COBI 1331
Setname: Locomotive Class 49C „Dovregubben“
Preis: 119,90 €
Größe (B x L x H): 8,5 x 52 x 10 cm
Steineanzahl: 900
Minifiguren: 2
Klemmkraft: Sehr gut
Altersempfehlung: 10+
Bauzeit: etwa 120 Minuten

Verpackung und Inhalt

Die „Dovregubben“ kommt in einem sehr schön gestalteten COBI-Umkarton an, auf dem in großen Buchstaben „Norsk Jernbane Museum – Hamar“ zu lesen ist, da dieses Set exklusiv für den Verkauf vor Ort aufgelegt wurde.

Der Karton zeigt die Lokomotive sowohl in der Front-, als auch der Rückansicht und bildet Detailaufnahmen ab (wie z.B. die phosphoriszierenden Lampensteine). Die Angaben zur Größe und zur Altersempfehlung und der Hinweis auf Drucke (statt Sticker) finden wir natürlich auch.

Dieses Modell enthält 15 bedruckte Klemmbausteine. Davon sind leider schon acht Steine die großen bedruckten Räder der Schnellzuglokomotive.

Nach dem Öffnen erblickt man die drei Steinebeutel. Drei Beutel für drei Bauabschnitte. Eine angenehme Menge an Bauabschnitten, die den Aufbau doch sehr erleichtern und so auch für kleinere Baumeister in Frage kommen würden.

Einige der bedruckten Teile möchte ich Euch hier näher vorstellen: Die Räder haben einen feinen roten Zierstreifen. Die Fenster werden aus Designgründen mit Drucken dargestellt. Auch die beiden Minifiguren sind bedacht gewählt und gestaltet. Die Nummern sowohl am Führerstand als auch am Kessel, sind scharf und gut lesbar gedruckt.

Anleitung

Die klammergebundende Papieranleitung ist 29,7×21 cm groß, umfasst 64 Seiten und ist unterteilt in drei große Bauabschnitte, die sich in insgesamt 99 Bauschritte aufteilen. Einzelne Schritte sind zusätzlich nochmals unterteilt, so dass das Bauen einfach und zügig von der Hand geht.

COBI zeigt dabei die zu verbauenden Teile in ihren Originalfarben. Das sind bei dieser Bauanleitung hauptsächlich Schwarz sowie etwas Grau und Rot. Leider muss ich die Schwäche der Bauanleitung anmerken: Die Länge, bzw Größe der Steine ist häufig ebenso schwierig zu erkennen, wie die genaue Bauweise der vielen schwarzen Steine.

Die Aufteilung in kleinteiligere Bauabschnitte hingegen ist sehr gut gelungen. So geht das Bauen zügig und sinnvoll voran.

Neben einer zweiseitigen Teileliste, ist im Heft auch noch Platz für eine Seite Vorbildinformationen zur „Dovregubben“  in norwegischer- und englischer Sprache. Die Teileliste hilft ebenfalls beim Zuordnen der benötigten Teile, falls man Schwierigkeiten hat, diese auf den ersten Blick zu erkennen.

COBI nutzt die Rückseite der Anleitung für Werbung in eigener Sache. Die ebenfalls exklusiv erschienenen Schiffe von Hurtigruten und ColorLine, sowie das Modell des Segelschiffes „Fram“, werden hier beworben. Diese Sets zu erhalten ist ebenfalls äußerst spektakulär, da ihr sie eigentlich nur direkt an Bord erstehen könnt – allerdings gibt es auch hier Kooperationen mit deutschen Klemmbausteinshops.

Aufbau

Da diese Lok in drei großen Bauabschnitten zusammengeklemmt wird, sind auch die benötigten Teile eindeutig ersichtlich unterteilt. Je Bauabschnitt sind unterschiedlich viele kleine Bautüten in den Abschnittsbeuteln enthalten, die zusammengenommen den Karton sehr gut ausfüllen und Kratzer auf den Bricks vermeiden.

Nach dem Ausschütten der Steine zu Bauabschnitt 1 entsteht ein großer Haufen schwarzer Teile mit ein paar grauen und roten Farbtupfern. Die Teile sind alle von sehr guter Qualität und sehr glänzend, so dass nahezu jeder Fingerabdruck auf ihnen haften bleibt. Die bedruckten Steine sind nicht separat verpackt und Teil der jeweiligen Bautüten.

In den ersten Bauschritten wird der Rahmen der Lokomotive geklemmt. Hier zeigt sich schon die sehr gute Klemmkraft der COBI-Bausteine.

Nach Bauschritt 4 steht der Rahmen.

Weiter geht es mit dem Zusammenbau des hinteren Teil des Lokomotivkastens mit den Aufbauten am Führerstand. – Diese sind aufgrund ihrer Kleinteiligkeit auch sehr gut für jüngere BaumeisterInnen ausführbar.

Zusammengesetzt zeigen sich dann schon die beeindruckenden Ausmaße dieser Lokomotive. Die dabei einen Überstand von sechs Noppen Breite hat, so dass hier für eine hervorragende Verbindung gesorgt ist.

Die acht modified Bricks in der Mitte dienen später der Aufnahme für den Kessel.

COBI verzichtet bei der Frontgestaltung, genauer bei Puffern und Stirnlampen, gezielt auf extra hergestellte Formteile. Diese sind glücklicherweise sehr schön anzusehende Brickbuilds.

Dabei bestehen die Puffer und Lampen aus jeweils 4 Einzelteilen. Die eingesetzten weißen Plättchen der Lampe sollen in der Dunkelheit sogar noch (nach-)leuchten.

Beim Bau des Kessels werden für den Innenraum graue Steine verwendet. Dies sorgt nicht nur für eine viel bessere Erkennbarkeit in der Anleitung, sondern ist zudem auch vorbildgerecht umgesetzt. Die Kesselinneneinrichtung ist zwar später nicht zu sehen, sorgt beim Bauen aber für Abwechslung.

Der Kessel ist durch Baurichtungsumkehr sehr stabil aufgebaut. – Ein Vorteil wenn man dabei Bautechniken frei einsetzt und diese kombinieren will.

Bis zum Bauabschnitt 32 ist der Kessel dann weiter gewachsen und zu einem sehr stabilen Baukörper geworden, der selbst ein Herunterfallen überstehen dürfte.

Der fast fertige Kessel zeigt sich dann mit Bauabschnitt 38. Die vier Teile, die die Windleitbleche am Kessel darstellen, sind vorbildgerecht und äußerst gut gelungen.

Einziges Manko sind hier die sehr glatten und glänzenden Steine. Hier ist wirklich jeder Fingerabdruck gut zu erkennen. Wer also auf diese verzichten will, sollte das Bauwerk am Ende polieren oder gleich mit Handschuhen bauen.

Somit sind bis jetzt insgesamt zwei größere Bauten der „Dovregubben“ entstanden. Sie sind sehr stabil gebaut und die Verbindungspunkte sind hier gut zu erkennen. Acht Verbindungspunkte sorgen für einen festen Halt zwischen Fahrgestell und Kessel.

Nach der Hochzeit von Kessel und Fahrgestell endet damit auch der erste Bauabschnitt mit Bauschrittnummer 41 der Anleitung. Bis hier hin war es ein Genuss die „Dovregubben“ zu bauen.

Der Teilebeutel Nummer 2 präsentiert sich etwas leerer als sein Vorgänger.

Die Teile des zweiten Bauabschnitts sind schon deutlich bunter, denn es gesellen sich nun auch mehrere rote und auch chromfarbene Teile hinzu. Qualitativ sind auch diese Steine sehr gut. Auch das Chrom ist schlierenfrei gelungen.

Die Frontansicht der Lok ist originalgetreu, inklusive Fahrzeugnummer.

Das Tenderuntergestell ist mit Bauabschnitt 59 fertig gestellt und sieht gut aus. Auch die beiderseits offenen modified Bricks (zur Baurichtungsumkehr) sind hier wieder gut zu erkennen. Diese dienen dann als Verbindungspunkte für den Tenderaufbau und halten diesen sehr gut fest.

Die Räder, oder besser die Reifen der Lokomotive, werden nun mit dem Tenderunterteil verbunden. Das diese bereift sind, ist bereits der Packung zu entnehmen und überrascht daher nicht großartig.

Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch die Hoffnung, diese Reifen vielleicht später noch durch andere Bauteile ersetzten zu können, um die „Dovregubben“ noch auf Eisenbahnräder für eine Schienennutzung umzurüsten zu können – dies ist vielleicht möglich, aber schienenfähige Reifen sind nicht im Set enthalten.

Das Tenderfahrgestell wird nun mit dem fertigen Vorderteil der Lokomotive verbunden. Dabei überlappt das Vorderteil der Lokomotive den Tender wieder um sechs Noppen. Das hält sehr gut, zerstört aber auch die Hoffnung, die Lokomotive für eine Schienenfahrt umzurüsten, da die Verbindung starr und für eine Kurvenfahrt ungeeignet ist – sehr schade eigentlich.

Mit dem Zusammenbau des Tenderfahrgestells und der Lokomotive endet der zweite Bauabschnitt und Teilebeutel Nummer 3 kommt zum Einsatz. Dieser Teilebeutel ist auch wieder deutlich voller mit Steinen gefüllt als der Zweite.

Nach dem Öffnen fallen die vier Fenstersteine lose heraus. Erst verwundert das, doch so sind diese Steine gut geschützt vor Kratzern ohne sie nochmals extra verpacken zu müssen. Das spart hier zumindest etwas Plastikmüll ein.

Aus den Teilebeuteln des dritten Abschnittes fallen dann auch die Minifiguren heraus. Ich finde etwas spät. Diese hätten auch gerne schon als Erstes gebaut werden können um beim Zusammenbau „ihrer“ Lokomotive dabei sein zu können.

Gut zu sehen ist hier auch, dass die beiden Minifiguren unterschiedliche Gesichter haben. Somit kann der kleine Baumeister den Lokführer und den Heizer sogar unterscheiden. Die beiden Minifiguren müssen natürlich auch selbst aufgebaut werden, das heißt Rumpf, Kopf und Beine miteinander verbinden.

Auch die Türen des Führerstandes scheinen Einzelanfertigungen zu sein. Die Drucke der Minifiguren und auch der Loknummern sind sehr gut umgesetzt.

Mit den neuen Steinen klemmt man nun zunächst den Führerstand, bevor sich dann dem Aufbau des Tenders gewidmet wird. Dieser Aufbau umfasst 20 Bauabschnitte und verwendet über 170 Einzelteile und ergibt dadurch eine sehr stabile Kontruktion. Dies wird wieder durch die Kombination positiver und negativer Teile erreicht, die zusammengesetzt einen sehr guten Halt bieten und das Modell auch noch optisch schön umsetzen.

Cobi

Das fertige Tenderoberteil ist sehr gut gelungen. Der wohl extra angefertigte Tenderdeckel kann geöffnet werden und bietet sogar etwas Einblick in seine Konstruktion. Auch der Arbeitsplatz des Heizers ist gut dargestellt.

Die Verbindung von Tenderober und Unterteil enthalte ich Euch noch vor. Es soll ja spannend bleiben…

Als vorletzten Bauabschnitt werden die Schwungräder mit den Koppelstangen vernoppt. Dafür verwendet COBI auch hier keine extra hergestellten Formteile, also spezielle Räder, sondern lässt diese aus Einzelsteinen zusammensetzen. 44 Einzelteile werden benutzt um ein tolles Ergebnis herzustellen. Mit der Verkleidung durch runde silberne Noppen ist der Zusammenbau dann erledigt.

Die Koppelstangen mit den Schwungrädern bewegen sich sogar sehr gut, wenn die Lokomotive geschoben wird.

Der letzte Bauabschnitt des Bausatzes sind die Nummern 98 und 99, bei denen die Schwungräder an der fertigen Lokomotive angenoppt werden. Der Abstand lässt sich dabei gut einstellen, da die Stangen genug Spiel in den Verbindungsteilen haben.

Mit übriggeblieben Steinen für die eigene Bastelkiste sieht es eher mau aus. COBI spendiert hier lediglich Teile die beim Zusammenbau brechen könnten, oder die gerne auch mal vom Tisch rollen und dann meist verschwunden bleiben – immerhin besser als Fehlteile.

Das fertige Modell (Fazit)

Und so steht das erste COBI Eisenbahnmodell dann fertig zusammengesetzt vor dem/der BaumeisterIn: Die NSB Schnellzugdampflokomotive „Dovregubben“. Ein schönes Displaymodell, ohne Frage. Hier hat COBI sich mit Erfolg an etwas Neues gewagt. Einzige Einschränkung ist nur, dass die Lokomotive nur schwer soweit umzurüsten sein wird, dass sie auch auf Schienen fahren könnte.

Pro & Contra

Pro
  • Ein Modell, das sehr viel spannenden Bauspaß liefert.
  • Qualitativ sehr hochwertige Klemmbausteine.
  • Keine Kratzer oder Farbabweichungen untereinander.
  • Tolle Drucke/keine Aufkleber.
  • Alternative Bautechniken sorgen für einen sehr gute Stabilität.
  • Ein gutes Preis/Leistungs-Verhältnis.
Contra
  • Ein Displaymodell, kein Schienenmodell.
  • Das Modell ist starr verbunden.
  • Die Laufbohle ist nur an drei Punkten mit dem Kessel verbunden, das schafft eine gute Optik, hält aber nicht so gut.
  • Die Fensterdrucke am Führerstand hätten auch durch offene Fenster ersetzt werden können.

Die „Dovregubben“ ist ohne Zweifel ein sehr schönes Modell. Vielleicht spendiert COBI dem Modell ja noch ein Upgrade mit Schienenrädern und durchsichtigen Fensteröffnungen für den Führerstand bei einer weiteren Auflage – mögen wir gespannt bleiben.

Dass die Lokomotive dann nur über einen dahinter fahrenden Motorwagen angetrieben  werden könnte, ist dabei gut hinzunehmen. Für einen Batteriekasten und den Einbau eines Motors fehlt diesem Modell leider einfach der Platz – was es aber wiederum zu einer originalgetreuen Replik des Museumsstücks macht.

Anmerkung der Redaktion

Das Set wurde der Redaktion von Brixx ´n´ Blocks  zur Verfügung gestellt. Dieses Review wurde in keiner Weise von Dritten beeinflusst und spiegelt unabhängige Meinung der Redaktion wider. Für Fragen des Urheberrechts ist der Händler verantwortlich.

About Kai Zielke

Kai Zielke

Autor

Ein Berliner, der jetzt im Siebengebirge zu Hause ist und Vater von drei Kindern. Meine ersten Klemmbausteine waren LEGO Duplos ;-) Danach habe ich dann viele Modelle mit den kleineren Steinchen geschenkt bekommen, LEGO City und auch aus dem alten Raumfahrtbereich.

Durch meine Kinder wurde LEGO dann wieder Teil meiner Welt. Einige der neueren LEGO TECHNIC Modelle stehen fertig in den Regalen oder werden auch (ferngesteuert oder manuell) von mir bespielt.

Neu hinzugekommen sind jetzt die alternativen Klemmbausteinmodelle: zu aller erst BlueBrixx´ THW-Kollektion.  Seitdem haben sich einige Sets hinzugesellt und mich inspiriert auch eigene MOCs zu bauen.
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