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MOCs

Die Oberpleiser Bartning Notkirche als MOC

Mit Klemmbausteinen nach Anleitung Modelle bauen macht sehr viel Spaß. Darüber dann noch Reviews schreiben, ist ebenfalls eine tolle Freizeitbeschäftigung. Klemmbausteine regen aber auch die Fantasie an und ermöglichen auch, eigene Modelle zu entwerfen und zu bauen.

Das nennt man dann ein MOC (= „My Own Creation“). Es ist vieles baubar. Warum also nicht auch ein besonderes Gebäude, z.B. ein Baudenkmal, zu dem man selbst einen Bezug hat, entwerfen?

Wenn man als großes Kind mit Klemmbausteinen spielt, nein nicht spielt – eher konstruiert – dann sind auch eigene Modelle eine sehr beliebte Variante. In meiner Funktion als Presbyter der Evangelischen Kirchengemeinde Siebengebirge, bin ich der dortige Vorsitzende für Öffentlichkeitsarbeit und betreue zusätzlich auch die denkmalgeschützte Evangelische Kirche Oberpleis. Mit dieser besonderen Bartning Notkirche habe ich mich schon so intensiv beschäftigt, warum also nicht einen Versuch wagen und sie mit Klemmbausteinen nachbauen?

Die erste Idee für die Noppensteinkirche, die Altarkerzen.

Die erste Idee kam mir, als ich drei Kerzen zusammengesteckt hatte. Unsere Osterkerze und ihre beiden kleineren Begleiter mit Kerzenständer.

Informationen zum Vorbild für ein besseres Verständnis:

Die Oberpleiser Kirche ist eine der noch verbliebenen Bartning Notkirchen aus dem Notkirchenprogramm des Hilfswerkes der Evangelischen Kirchen in Deutschland (HEKD) aus dem Jahr 1949.

Erbaut wurde die Oberpleiser (Not-)Kirche in nur 6 Monaten von der Grundsteinlegung bis zur Kirchweihe, und das von Hand gemacht.

Sie ist eine der wenigen noch erhaltenen Notkirchen vom Typ D „Gemeindezentrum“ von Kirchbaumeister Otto Bartning und steht seit 1985 unter Denkmalschutz, da sie nahezu im Originalzustand erhalten geblieben ist.

Mit ihrem Pfarrhausanbau und der Wandelbarkeit im Innenraum war sie von Anfang an Mittelpunkt des Gemeindelebens, was auch heute noch zutrifft. Sie ist nicht nur Kirch- sondern auch Mehrzweckraum – sie ist somit multifunktional.

Mehr zum Nachlesen hier: Geschichte der Evangelischen Bartning (Not-) Kirche in Oberpleis

Von der Idee zum Projekt

Der Altar in Version 1.0 zum Testen der Größenverhältnisse an sich. Danach konnten die Wände probeweise aufgebaut werden. Es sollte ja schließlich alles zusammen passen und schön aussehen.

Nach den Altarkerzen war auch schnell ein erster Entwurf der Altarnische zusammengesteckt, noch ohne die Flügeltüren und kreativer Farbgebung. Doch erkennt man schon hier, was dargestellt werden sollte. Den Grundstein der Oberpleiser (Not-)Kirche nachzubauen war also möglich.

Nach etwas Klemmen stimmten die Proportionen in etwa mit dem Vorbild überein. Die zu Testzwecken verwendeten bunten Farben mussten natürlich noch den schönen Holztönen der Kirche weichen. Dazu brauche es aber erst Nachschub von entsprechenden Klemmbausteinen.

Diese habe ich dann in verschiedenen Onlineshops bestellt, denn nicht alle Teile waren nur bei einem Händler zu bekommen. Auch die Brickbars in Shops habe ich aufgesucht und mir dort fehlende Einzelteile besorgt.

Durch die Ständerbauweise der Kirche – serielles Bauen – damals wie heute – ob nun im Original oder mit Klemmbausteinen – war der Nachbau recht einfach zu gestalten.

Immer wenn die Bestellungen geliefert worden waren, konnte weitergebaut werden.

Nach drei Wochen gespickt mit Bauen, Abbauen, Neubauen und Ändern, stand die Kirche bis hoch zum Fensterband. Die Inneneinrichtung wurde fertig, der Fußboden ausgelegt und die Stühle standen an Ort und Stelle. Sogar die Orgel wurde wieder erkennbar nachgebaut.

Auch die Räume hinter der Altarwand konnten nahezu originalgetreu eingerichtet werden mit entsprechenden Schränken, Tischen, Regalen und Ähnlichem.

Ein Blick aus der Vogelperspektive in das Kirchenschiff. Der Pfarrer kann entweder am Pult oder auch auf der Kanzel stehen. Platz für Besucher*innen ist ebenfalls genug vorhanden.

Für die Dachnachbildung habe ich dann sehr lange gebraucht. Es sollte ja nur angedeutet bleiben, um einen Einblick in das MOC zu ermöglichen. Dabei war dann die Spannweite der Dachträger eine Herausforderung. Wo beim Vorbild Eisenstangen die vier Dachbinder halten, sollten es im Modell natürlich Klemmbausteine sein, aber diese eben wie im Original, leicht aussehen. Das Dach selbst ist nun in Steifen dargestellt, es ermöglicht einen Eindruck wie im Original lässt aber auch Einblicke zu.

Auch der Glockenstuhl ist erkennbar geworden, nur das eine orangene Teil muss noch farblich angepasst werden. Sogar eine Glocke (welche jedoch nicht aus Klemmbausteinen besteht) hängt im Glockenstuhl.

Das gesamte MOC in der Seitenansicht. Die Proportionen passen, der Garten ist angelegt und die Räume mit Möbeln vorbildgerecht ausgestattet. Die Minifiguren könnten einziehen…

Teil Zwei des MOCs ist der „Pfarrhausanbau“ der Kirche. Hier wohnte nach dem Bau die Pfarrfamilie, heute ist der Anbau mit seinen beiden Räumen ein Ort für Gemeindegruppen. Auch der Anbau ist natürlich so nah am Original wie möglich. Wände, Inneneinrichtung und die Dachkonstruktion, alles hat seine richtige Form. Die Inneneinrichtungen sind erkennbar und auch die Küche und die beiden WCs sind eingerichtet. Das Gelbe in der Mitte ist der noch erhaltene Ofen, der damals das Pfarrhaus geheizt hat. Nur die WC Deckel fehlen noch.

Hier ein Blick von oben in den Pfarrhausanbau und auf den Garten sowie den Vorplatz mit Parkplätzen.

Kirche und Pfarrhausanbau stehen je auf einer eigenen Grundplatte und sind so trennbar zum leichteren Transport. Durch den schmaleren Anbau war auch noch Platz um den Garten und Vorplatz dem Original nachzuempfinden. Allerdings war hier die Klemmbausteinauswahl bei Pflanzen nicht besonders vorbildgerecht möglich. Aber das kann ja noch kommen.

Die Oberpleiser Bartning (Not-)Kirche im Original.

Die Oberpleiser Besonderheit, den Keller, habe ich bei meinem MOC nicht nachgebaut. Ich habe nur den Kellerabgang angedeutet am Ende des Pfarrhausanbaus und versucht, das Gelände entsprechend zu gestalten.

Das Modell in seinem Vorbild.

Gebaut habe ich das MOC „Evangelische Bartning (Not-) Kirche Oberpleis“ auch für Präsentationszwecke auf Ausstellungen und Veranstaltungen. Seine Öffentlichkeitspremiere hatte das MOC beim Tag des offenen Denkmals am 11. September 2022. Zum ersten Mal waren Modell und Vorbild vereint.

Hier noch ein paar Daten zum MOC

Marke: MOC aus Klemmbausteinen verschiedener Hersteller
Name: Evangelische Bartning (Not-) Kirche Oberpleis
Baukosten: etwa 1.000 € für Kirche und Anbau
Größe (B x L x H): 8,5 x 52 x 10 cm
Steineanzahl: etwa 2000
Minifiguren: Pfarrer und Gottesdienstbesucher*innen (LEGO Minifiguren)
Bauzeit: etwa 4 Monate mit Pausen

About Kai Zielke

Kai Zielke

Autor

Ein Berliner, der jetzt im Siebengebirge zu Hause ist und Vater von drei Kindern. Meine ersten Klemmbausteine waren LEGO Duplos ;-) Danach habe ich dann viele Modelle mit den kleineren Steinchen geschenkt bekommen, LEGO City und auch aus dem alten Raumfahrtbereich.

Durch meine Kinder wurde LEGO dann wieder Teil meiner Welt. Einige der neueren LEGO TECHNIC Modelle stehen fertig in den Regalen oder werden auch (ferngesteuert oder manuell) von mir bespielt.

Neu hinzugekommen sind jetzt die alternativen Klemmbausteinmodelle: zu aller erst BlueBrixx´ THW-Kollektion.  Seitdem haben sich einige Sets hinzugesellt und mich inspiriert auch eigene MOCs zu bauen.
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